EuGH Anhängiges Verfahren, C-640/19 (Aufnahme in die Datenbank am 2.12.2019)

Vorabentscheidungsersuchen, eingereicht am 28.08.2019 vom Tribunale Amministrativo Regionale per il Lazio (Italien), zu folgenden Fragen:

1. Sind die Art. 1, 2 und 3 der VO (EWG) Nr. 856/1984, Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 der VO (EWG) Nr. 3950/1992, Art. 1 Abs. 1 und Art. 5 der VO (EG) Nr. 1788/2003 sowie die Art. 55, 64 und 65 der VO (EG) Nr. 1234/2007 samt Anhängen, soweit mit diesen Verordnungen der Schutz des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage nach Milcherzeugnissen auf dem EU-Markt bezweckt wird, dahin auszulegen, dass sie von der Berechnung der "Milchquoten" die für die Ausfuhr in Drittländer bestimmte Erzeugung von Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g. U.) ausschließen, und zwar im Einklang mit den Schutzzielen für letztere Erzeugnisse, die in Art. 13 der VO (EWG) Nr. 2081/1992, bestätigt durch die VO (EG) Nr. 510/2006 und die Art. 4 und 13 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012, in Anwendung der in den Art. 32 (ex 27), 39 (ex 33), 40 (ex 34) und 41 (ex 35) AEUV verankerten Grundsätze festgelegt wurden?

2. Steht, falls diese Frage bejaht wird, die so ausgelegte Rechtsvorschrift der aus Art. 2 des Decreto-legge 28 marzo 2003, n. 49, convertito con modifiche in legge 30 maggio 2003, n. 119 (Gesetzesdekret Nr. 49 vom 28.03.2003, mit Änderungen umgewandelt in das Gesetz Nr. 119 vom 30.05.2003) und aus Art. 2 des Gesetzes Nr. 468 vom 26.11.1992, soweit der genannte Art. 2 des Gesetzesdekrets Nr. 49/2003 darauf verweist, abgeleiteten Einbeziehung der für die Erzeugung von Käse mit g. U. zur Ausfuhr in Drittländer bestimmten Milchquoten in die einzelbetrieblichen Referenzmengen entgegen?

Für den Fall, dass diese Auslegung nicht als richtig anzusehen ist:

3. Stehen die Art. 1, 2 und 3 der Verordnung Nr. 856/1984, Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 der VO Nr. 3950/1992, Art. 1 Abs. 1 und Art. 5 der Verordnung Nr. 1788/2003 sowie die Art. 55, 64 und 65 der VO Nr. 1234/2007 samt Anhängen (zusammen mit den italienischen nationalen Umsetzungsbestimmungen, d. h. Art. 2 des Gesetzesdekrets Nr. 49 vom 28.03.2003, mit Änderungen umgewandelt in das Gesetz Nr. 119 vom 30.05.2003, und Art. 2 des Gesetzes Nr. 468 vom 26.11.1992, soweit der genannte Art. 2 des Gesetzesdekrets Nr. 49/2003 darauf verweist), die die Milch, die für die Erzeugung von Käse mit g. U. verwendet wird, der auf den Markt von Drittländern ausgeführt wird oder dafür bestimmt ist, in die Berechnung der den Mitgliedstaaten zugeteilten Milchmenge im Umfang dieser Ausfuhr einbeziehen und nicht davon ausschließen, im Widerspruch zu den Schutzzielen der VO Nr. 2081/1992, die die Erzeugnisse mit g. U. schützt, insbesondere im Hinblick auf Art. 13, bestätigt durch die Verordnung Nr. 510/2006 und die VO Nr. 1151/2012, sowie auch im Hinblick auf den Schutzzweck von Art. 4 der letztgenannten Verordnung, und stehen sie auch im Widerspruch zu den Art. 32 (ex 27), 39 (ex 33), 40 (ex 34) und 41 (ex 35) AEUV sowie den Grundsätzen der Rechtssicherheit, des Vertrauensschutzes, der Verhältnismäßigkeit und der Nichtdiskriminierung sowie der unternehmerischen Freiheit, Ausfuhren in Drittländer zu tätigen?

AEUV Art 32; AEUV Art 40; AEUV Art 41; EWGV 856/84 Art 1; EWGV 856/84 Art 2; EWGV 856/84 Art 3; EWGV 3950/92 Art 1; EWGV 3950/92 Art 2 Abs 1; EGV 1234/2007 Art 55; EGV 1234/2007 Art 64; EGV 1234/2007 Art 65; EGV 1788/2003 Art 1 Abs 1; EWGV 2081/1992 Art 13; EGV 510/2006; EUV 1151/2012 Art 4; EUV 1151/2012 Art 13


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